Zwei Projekttage im Juni:

Eine Schülerreportage

Im Vorfeld hatte unsere leicht chaotische Klasse die schwere Aufgabe, sich für eine Zielgruppe und den Modus des Einsatzes zu entscheiden. Haben wir geschafft. Nach erfolgter Zielsetzung und etlichen Diskussionen später warfen wir alles hin – und setzten den Fokus auf ein komplett anderes Thema: Arbeit mit geflüchteten Menschen, speziell Kindern, inbsesondere mit der AWO und noch präziser mit dem „Refugium Birkenhof“ in Staaken.

Nun hatten wir das Ziel. Aber noch keinen klar definierten Modus… Vom biz Bildunsgzentrum erhielten wir einen ganzen Tag zur Generierung von Geldern. Waffeln backen, Getränkestand, schnorren, Sie kennen das ja… Nur dachten wir uns, hey, wozu einen Tag vergeuden? Den packen wir an das Projekt und gestalten ZWEI Tage. Hat jeder mehr davon. Also spendeten wir das Geld und erhielten (herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle) Spenden von unseren Lehrern. Nun denn, frisch zur Tat:

Der Tag 1
Verschlafen wie an Schultagen trafen wir im Refugium ein und wurden sehr herzlich vom dortigen Leiter, Herrn Chakma, begrüßt. Es folgte der übliche Rundgang durch das Objekt, wobei wir insgeheim unsere Arbeitseinsatzstellen herausfilterten. Das „Refugium Birkenhof“ ist eine Gemeinschaftsunterkunft und entstand im Dezember 2017. Sie besteht aus zwei Häusern und hat eine maximale Kapazität von 382 Betten. Die Bewohner leben in 2- oder 3-Bettzimmern in abgeschlossenen Wohneinheiten mit integriertem Wohnbereich. Auf jeder Etage befinden sich zwei Gemeinschaftsküchen. Es existiert auch ein großer Gemeinschaftsraum, in dem regelmäßige Veranstaltungen, Kurse und auch monatlich ärztliche Untersuchungen stattfinden. Auf dem Gelände existiert ein Kindergarten. Ältere Kinder besuchen die Schule.

Unsere Ideen für den ersten Tag waren das Kennenlernen der Kinder und ihren Eltern über gemeinsame Verschönerungsarbeiten (geplant war ein Blumenbeet) auf dem Gelände und Malangebote. So sprangen drei Grüppchen los zur Materialbeschaffung. Während die Temperatur stieg und stieg, wuchsen alle über sich hinaus. Ein verwildertes Gelände wurde seiner Wirrungen befreit und entpuppte sich als Zufahrt. Ein Beet für Blumen wurde abgemessen und vom Wildwuchs befreit, nebenbei ein Hochbeet aufgebaut und Kinder zum Malen abgeholt. Sehr kreativ bemalten sie einige von uns… Frisch besorgte Blumen und Erdbeeren wurden ihrer neuen Heimat überführt und wild begossen. Die Temperaturen stiegen weiter, schon lange über 30°C. So begossen wir auch uns, um weiter zu wachsen und zu gedeihen.

Herr Chakma war sehr fürsorglich und päppelte uns zu Mittag mit einer selbst gekochten Linsensuppe. Tja. Danach wich alle Kraft in den Bauch. Nichts desto trotz warfen wir uns wieder an die Arbeit. Nochmal: über 30°C. was also machen Schüler der Gesundheits- und Krankenpflege, wenn das Hirn kocht und die Haut sich schon abschält? Richtig: Wasserschlacht. Erlaubt war alles. Hauptsache nass. Und so beendeten wir plitschnass den ersten Tag.

Der Tag 2
Dieser Tag sollte der Entspannung dienen. Muskelkatrig schlugen wir am Morgen im Refugium auf. Unser Lebensmittelbesorgungstrupp kam mit einem riesigen Beutel frischer Brötchen. Diese und Brot frisch geschmiert und Lunchpakete für die Kleinen gepackt. Man lese und staune. Alles lief wie am Schnürchen. Nach nicht einmal einer Stunde waren die Päckchen fertig, Obst geschnitten und alles aufgeräumt.

Wir können auch so. und dann ging es ab zum Großen Spektesee. Und dann gab es eigentlich kein Halten mehr. Das Waterboard wurde zu Wasser gelassen und kam nicht mehr hinaus. So wie einige von uns. Dass denen keine Schwimmhäute gewachsen sind… Dieser Tag war ein einziges Getobe. Folglich waren viele Kinder auf dem Heimweg müde und nutzten Huckepacktaxis.

Die Schüler vom Kurs von Agnes Schultz-Bytzek