AuslandspraktikumBuenos Aires/Argentinien - biz BildungszentrumAuslandspraktikumBuenos Aires/Argentinien - biz Bildungszentrum

Auslandspraktikum
Buenos Aires/Argentinien

Ich bin Marlen Souschek und absolviere gerade meine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bei der DRK-Schwesternschaft Berlin. Von Ende September bis Ende Oktober 2017 wurde es mir ermöglicht, ein vierwöchiges Praktikum im Ausland zu absolvieren.
Ich bekam einen Platz in der Frauenklinik mit Perinatalem Zentrum am Hospital Materno Infantil Ramón Sardá („Maternindad Sardá“) in der Ciudad autónoma de Buenos Aires in Argentinien:
In Buenos Aires war ich bei meiner Familie untergebracht.

Die Maternidad Sardá ist ein öffentliches Lehrkrankenhaus mit siebentausend Geburten im Jahr. Es ist eine babyfreundliche Klinik mit Schwangerenberatung, dabei ist besonders das Programm für minderjährige Schwangere hervorzuheben. Weiterhin gibt es in der Klinik die einzige Stillberatung, die auch für die umliegenden Provinzen öffentlich zugänglich ist. Der Hauptfokus liegt bei der Versorgung der Wöchnerinnen, in der Gynäkologie und der Neonatologie.

Ich hatte großes Glück und durfte in diesen vier Wochen viel rotieren, so dass ich sehr viele Einblicke in das öffentliche argentinische Gesundheitssystem und speziell in diese Klinik bekommen habe. In der ersten Woche war ich bei der Schwangerenberatung, bei der ich viel lernen konnte im Umgang mit – teilweise auch ungewollten – Schwangerschaften sowie Geschlechtserkrankungen. In der zweiten Woche hatte ich einen Einsatz bei den Wöchnerinnen: Hier unterscheiden sich die pflegerischen Tätigkeiten nicht wesentlich von denen in Deutschland. Erwähnenswert ist jedoch, dass die Wöchnerinnen-Station drei Zimmer beinhaltet, mit jeweils zwölf Betten und zwölf Wiegen; dadurch war es oft sehr laut, aber gleichzeitig hilfreich für junge Mütter, da sie von den anderen erfahrenden Müttern angeleitet wurden.

In der dritten Woche durfte ich in das „Vorwehenzimmer“ – ein großer Raum mit Gardinen zum Abtrennen –, in den Kreißsaal und zur Neo-Erstversorgung. Hier ist mir positiv aufgefallen, wie viel männliches Pflegepersonal tätig war und dass die Frauen dies auch sehr gut aufgenommen haben. Die Geburten waren ebenfalls lehrreich, wobei anzumerken ist, dass dies für die Gebärenden wohl kein allzu intimer Moment war, da bei einer Geburt etwa sechs Personen anwesend waren. Die Erstversorgung der Neugeborenen wurde von einer Neo-PflegerIn und einer NeonatologIn durchgeführt; sie beinhaltet die U1 sowie die Ausgabe von Pflichtimpfungen und Prophylaxen.
Die letzte Woche verbrachte ich auf einer der beiden neonatologischen Stationen, wo vorrangig „Bilibabys“, also Neugeborene mit einer Hyperbilirubinämie sowie Neugeborene, die etwas aufgepäppelt werden mussten, und späte Frühgeborene betreut wurden. Ich hatte das große Glück, auch einen Tag auf der „Level 1 Neo“ zu hospitieren, was total spannend war.

Für mich war die Zeit in Buenos Aires sehr eindrucksvoll und lehrreich. Es hat mir total viel Spaß gemacht, dort zu arbeiten und es war sehr aufschlussreich für meine persönliche Entwicklung.
Ich würde es Jedem empfehlen, einen Auslandseinsatz zu absolvieren.

Ein Bericht von Marlen Souschek
Kurs „Mrc 15/18“