Auslandspraktikum Chumphon/Thailand - biz BildungszentrumAuslandspraktikum Chumphon/Thailand - biz Bildungszentrum

Auslandspraktikum
Chumphon/Thailand


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Thailand. Das Land der Sonne, der Strände und der lächelnden Menschen…
Und für 4 Wochen die neue neue Heimat von Anne & Sandra. Am 05.03.15 sollte es endlich losgehen. Nach über 15 Stunden Flug und einer 8 stündigen Busreise nach Chumphon im Süden des Landes, konnten wir es kaum fassen: Wir waren tatsächlich in Thailand… und wir würden hier 4 Wochen einen Einblick in das medizinische System erhalten. Wir wohnten in einem Bungalow, direkt am Meer- Besser konnte unser Aufenthalt nicht beginnen.

Am nächsten Tag ging es gleich an die Arbeit. Wir fuhren zum Viraijsilp Hospital in Chumphon-Stadt und lernten dort die Pflegedienstleitung kennen. Mit Händen und Füßen, aber auch ein paar Brocken Englisch zeigte sie uns das Krankenhaus. Das Viraijsilp Hospital wurde 1987 erbaut und 2014 modernisiert. Im Moment teilt es sich in ein modernes und ein eher baufälliges Gebäude auf. Der Kontrast innerhalb dieses Krankenhauses könnte somit nicht größer sein. Es beherbergt über 100 Patientenbetten und teilt sich in Stationen wie eine Rettungsstelle, eine Pädiatrie, einen OP- Bereich, eine Gastroenterologie und eine Neurologie auf.

Wir wurden in die Rettungsstelle geführt ( Emergency Room) und wurden dem Team vorgestellt. Die Kommunikation erwies sich anfangs als recht schwierig, da natürlich englisch nicht die Sprache der Wahl für Thailänder ist. Trotz allem wurden wir herzlich aufgenommen, anfangs noch etwas schüchtern wurde uns mit allen Mitteln der Ablauf, die Krankheitsbilder und Medikamente erklärt.

Nach und nach legten die Thailänder ihre schüchterne und zurückhaltende Art ab und freuten sich jeden Tag riesig wenn wir zum Krankenhaus kamen. Wir wurden in den Pausen zum Essen eingeladen, wo uns traditionelles thailändisches Essen bestellt und erklärt wurde. Mit großen Augen wurden wir beim Essen beobachtet. Es wurde nicht selten über die „verweichlichten Deutschen“ gelacht, die kein scharfes Essen vertrugen.

Kultureller Austausch erfolgte also nicht nur während der Arbeitszeit. Im Emergency Room hatten wir das Glück, viele unterschiedliche Krankheitsbilder und Unfallopfer zu sehen. Wir konnten beobachten, wie man dehydrierte Patienten versorgte, wie Wunden gereinigt, wie Tollwut Impfungen nach Hundebissen gegeben wurden oder wie eine Reanimation im Notfall durchgeführt wurde. Als erstes fiel uns der Unterschied in der Hygiene auf. Aber um ehrlich zu sein, hatten wir schlimmeres erwartet. Da das Viraijsilp Hospital ein Privates Krankenhaus ist, waren die Standards dort im Gegensatz zur üblichen medizinischen Versorgung Thailands hoch. Allerdings war das Wort „ Händedesinfektion“ für das Personal so gut wie nicht vorhanden.


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Die Behandlung der Patienten erfolgte, wie bei uns, nach den Anweisungen des Arztes. Die Anweisungen wurden in der Akte des Patienten niedergeschrieben und den Pflegekräften übergeben. Die Dokumentation erfolgte zum größten Teil schriftlich und in Papierform. Die Zusammenarbeit zwischen den Ärzten und Pflegekräften wirkte freundschaftlich und locker. Auch das Klima unter den Pflegenden schien stets gut zu sein. Der Emergency Room lag im nicht- modernisierten Teil des Krankenhauses. Im zweiten Part unseres Praktikums bekamen wir einen Einblick in die Pädiatrie des Krankenhauses – im vollständig umgebauten Teil des Krankenhauses.

Die Station erinnerte dabei an ein teures 4 Sterne Hotel: Großzügige Gänge, viel Glas, große Einzelzimmer, mit eigenem Bad und Regendusche, einem eigenem Balkon und Flachbildschirm. Der Kontrast machte uns erst mal sprachlos. Typische Krankheitsbilder hier, waren vor allem unklares Fieber und Kinderkrankheiten wie z.B Windpocken. Die körperliche Pflege wurde hier komplett von den Eltern übernommen, die hier die Möglichkeit bekamen mit ihren Kindern im Krankenhaus zu bleiben. Die Organisation der Teams ( Emergency Room und Pädiatrie) war sehr gut. Auffällig war es, dass in einem Dienst jeweils nur eine examinierte Krankenpflegerin anwesend war. Das Team bestand dabei aus mindestens 6-7 Leuten. Zum Großteil Pflegehelfer. In Thailand erhält man den Abschluss nach einem 4- jährigem Studium.

Fazit:
Das Praktikum in Thailand war in vielerlei Hinsicht interessant, großartig und einfach eine unverzichtbare Erfahrung für unser Leben. Wir können es jedem empfehlen. Die kulturellen, wie auch medizinischen Unterschiede in der Versorgung sind einzigartig. Unsere Beobachtungsgabe wurde geschärft, da aufgrund der Sprachbarriere eine direkte Kommunikation mit Patienten und Pflegepersonal häufig nicht möglich war. Wir lernten Körpersprache besser zu verstehen, hinterfragten die Kultur und Religion und verstanden nach und nach immer besser, wie das System im Viraijsilp Hospital funktioniert.

Erfahrungsbericht von Annemarie Degen und Sandra König, Kurs “April 2013/2016 DW″