Auslandspraktikum Brasilia/Brasilien - biz BildungszentrumAuslandspraktikum Brasilia/Brasilien - biz Bildungszentrum

Auslandspraktikum
Brasilia/Brasilien

Ich war vier Wochen in Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens. Dort war ich bei meiner Tante untergebracht. In zwei Privatpraxen, die sich im Zentrum Brasilias befanden, absolvierte ich dann mein Praktikum.

Vorab einige Erklärungen zum brasilianischen Gesundheitssystem: In Brasilien gibt ein sogenanntes universelles Gesundheitssystem, das für jeden Staatsangehörigen kostenlos ist. Dieses vom Staat finanzierte System ist durch „Gesundheitsposten“ zugänglich – in jedem Stadtviertel gibt es davon einen. Dieses System soll eigentlich Gesundheitsversorgung auch ärmeren Menschen zugänglich machen. Doch leider gibt es oft sehr lange Warteschlangen und fehlende Materialien. Da es keine Krankenversicherungspflicht wie in Deutschland gibt, sind viele Menschen nicht versichert. Das bedeutet: Sie müssen versuchen, in den staatlichen Gesundheitsposten behandelt zu werden oder in privat geführten Praxen und Krankenhäusern die Behandlung selbst zu bezahlen. Und das kann sehr teuer werden; bei komplexeren Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes hat man eigentlich keine andere Wahl.

Ich habe mein Praktikum in einer onkologisch-gynäkologischen und in einer Praxis für Impfungen durchgeführt. Zwischen den beiden Praxen rotierte ich immer: am Mittwoch und Freitag war ich in der onkologisch-gynäkologischen Praxis, den Rest der Woche in der Impfpraxis. Dort arbeiteten nur zwei Schwestern. Die Praxis lief ohne Terminvereinbarung – mal hatte man mehr, mal weniger zu tun. Die Hauptaufgabe der Schwestern bestand in der Beratung der Klienten.

Ich bekam ebenfalls die Möglichkeit, in einem privaten Krankenhaus bei einer totalen Hysterektomie (vollständige Uterusentfernung) teilzunehmen: Das war sehr sehenswert, auch wenn dort überwiegend andere Operationsmethoden als in Deutschland angewandt werden. Dennoch fand ich den Einsatz sehr gelungen und aufschlussreich. Es hat mir sehr viel Spaß bereitet, mit den Menschen dort zusammen zu arbeiten und so einen Einblick in eine völlig andere Welt zu bekommen. Ich würde es jedem empfehlen, im Ausland neue Erfahrungen zu sammeln.

Ein Bericht von Natalya de Souza Volger