Mit anderen Sinnen - biz BildungszentrumMit anderen Sinnen - biz Bildungszentrum

Mit anderen Sinnen

biz-Ausflug zu einer besonderen Ausstellung

Wie ist das Leben und Erleben der Welt ohne unsere Augen? Dieser Frage ging der Gesundheits- und Krankenpflegekurs im dritten Semester von Petra Trecker am 31. August nach – und landete in Hamburgs Speicherstadt. Dort öffnete die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ seine Pforten und zog die Auszubildenden in ihren Bann. Menschen mit Sehbehinderung luden zum Dialog und aktiven Erleben von Blindheit ein.
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen
Unerschrocken und zugewandt nährten sich die Auszubildenden dem Thema und den Betroffenen an. Nach einem regen halbstündigen Austausch, war der Kurs nun selbstgefordert seine Komfortzone zu verlassen und sein Augenlicht für eine Stunde zu „verlieren“. In kleinen Gruppen wurden die Teilnehmer durch die Welt der Blinden in absoluter Dunkelheit geführt. Nur mit den restlichen Sinnen und dem Vertrauen aufeinander konnte die Welt erkundet werden. Mit dem Blindenstock als Hilfsmittel in der Dunkelheit wurden ein Park, eine Wohnung, eine Straße und ein Markt durchschritten. Bordsteinkanten, geneigte Ebenen und wechselnde Untergründe machen die Erkundung schwierig und gleichzeitig so realitätsnah. Abgerundet und letzte Station war die „Dunkelbar“, in der die Auszubildenden gefordert waren Getränke ohne Augenlicht einzunehmen. Besonders schwierig gestaltete sich das Einschenken der Flüssigkeiten in die Gläser. Anschließend versammelte sich jede Gruppe mit ihren Getränken um einen Tisch und hatte Gelegenheit ihrem Guide Fragen zu stellen und die Entdeckungstour Revue passieren zu lassen.

Aufgewühlt, begeistert, froh, nachdenklich und geschafft sind nur einige Adjektive, die die Gefühlslage der Auszubildenden beschreiben als die Ausstellung verlassen wurde. Der anschließende gemeinsame Rundgang durch Hamburgs Speicherstadt konnte für die Reflektion des Erlebten und eine kulinarische Stärkung genutzt werden.

Mit einen positiven und dankbaren Gefühl verließ der Kurs Hamburg und die so gelungene Ausstellung.

Christoph Zitzmann
z.Z. Studium für
Medizinpädagogik (B.A.)