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Eigeninitiativprojekt:

Der Generationentreff in Mariendorf


Am 23. November fand in den DRK Kliniken Berlin | Pflege und Wohnen Mariendorf unser Generationsprojekt mit Bewohnern aus allen vier Wohn­bereichen wie auch einer 4. Klasse der Rudolf-Hildebrand-Grundschule Marien­dorf statt. Organisiert wurde der Vormittag von uns Kinderkrankenpflege­schülern und -schülerinnen im Rahmen des Unterrichts zum „Projekt Eigeninitiative“.

Mehrheitlich hatte sich unsere Klasse entschieden, ein Projekt zu planen, das sowohl für Bewohner – die wir schon aus unseren Einsätzen kannten – als auch für Kinder eine Bereicherung sein sollte.

Der Generationstreff stand als grobe Idee sowohl für einen Austausch der Generationen zwischen „Großeltern“ und dem Nachwuchs aus Mariendorf, als auch für Lebendigkeit und Abwechslung in einer stationären Pflegeeinrichtung. Außerdem sollten die Kinder neue Erfahrungen sammeln.

Das Team der DRK Kliniken Berlin | Pflege und Wohnen Mariendorf stand von Anfang an begeistert hinter dem Vorschlag – und auch eine Grundschule mit enthusiastischem Schulleiter war schnell gefunden.

Einen Generationstreff planen, das klingt simpel und gut: Man nehme zwei Generationen und lasse sie aufeinander treffen. Doch die Vorbereitung und Gestaltung des Tages verlangte dem Kurs viel Organisationsarbeit ab: Es gab Arbeitsgruppen zum Programm, für benötigtes Material, die kulinarische Versorgung, den Kontakt zur Schule und zur Pflegeeinrichtung, sogar einen „Finanzminister“ und noch einige andere. In bester „Ende gut, Alles gut“-Manier fanden wir am Ende alle zusammen und so konnte der Spaß pünktlich am Donnerstag, 9.30 Uhr beginnen.

Die Schulklasse trudelte ein, Bewohner wurden dank toller Unterstützung der Betreuungsassistenten aus Mariendorf in den großen Veranstaltungsraum gebracht und mit viel Trubel, Stühlerücken und Kinderlachen konnte der Vormittag beginnen. Insgesamt 21 Kinder, 25 Bewohner und 16 Kinderkrankenpflegeschüler waren im Raum und stimmten sich gemeinsam auf das Programm ein.

Während bereits die ersten Waffeln vorbereitet wurden, konnten sich die Kinder und Bewohner zum ersten Mal an fünf verschiedenen Stationen kennenlernen.Im ruhigen Leseraum konnten die Kinder mit Vorlesetalent eine Geschichte erzählen, an der Bewegungsstation spielten Bewohner und Kinder gemeinsam verschiedene Spiele mit dem Parachute, an den zwei Bastelstationen wurden in geduldiger Zusammenarbeit Weihnachtsschmuck gebastelt. An der dritten Bastelstation entstanden „Geschichtenhände“ auf denen die Kinder sich als „Oma“ oder „Opa“ und die Bewohner sich als „Schulkind“ beschreiben durften. Diese Hände wurden dann auf zwei Plakate verteilt, die dann – zusammen mit vielen schönen Erinnerungen – zurück in die Schule und den Eingangsbereich der Mariendorfer Pflegeeinrichtung gebracht wurden.

Wir hatten als Veranstalter zwar mit Herausforderungen gerechnet, trotzdem kamen unerwartete Hindernisse auf: Stühlerücken, um Rollstuhlfahrer an die Basteltische zu bringen – Kinder zu lautem Vorlesen für die Bewohner animieren – Unterstützung beim feinmotorisch fordernden Ausschneiden – Hilfe bei den ersten Kontaktaufnahmen der Generationen: Das stellte sich als schwierig heraus, trotzdem gelang am Ende alles.

Die Kinder, aus einer Schule mit einem Anteil von siebzig Prozent an Schülern mit Migrationshintergrund, waren sehr offen, neugierig und freundlich im Umgang mit den Bewohnern, hatten doch viele selbst keine Großeltern in Deutschland. Die Bewohner lächelten zufrieden und fingen interessiert Gespräche mit den Kindern an oder sie spielten einfach mit ihnen Gesellschaftsspiele. Sie genossen den frischen Wind, auch wenn es einigen vor lauter Trubel schließlich doch zu viel wurde.

Viele Waffeln, Scherenschnitte – aber nur zweieinhalb Stunden später neigte sich die Veranstaltung dem Ende. Einige Kinder und eine Bewohnerin erhielten in der Abschlussrunde das Wort, bedankten sich für den gelungenen Tag und verabschiedeten sich fürs Erste. Später in der Grundschule schwärmten die Kinder noch immer vom Ausflug. Viele waren begeistert von der Idee, noch einmal in das Altersheim zu kommen, schließlich hatten sich alle wunderbar verstanden und bereits viel voneinander gelernt.

Den Alltag von allen Beteiligten bereichern, neue Begegnungen ermöglichen, sich gegenseitig helfen und einfach gemeinsam Spaß haben: Das haben wir erreicht – für die Kinder, die Bewohner und für uns als Kurs.

Es war wohl für Alle ein aufregender Tag. Ein lebendiger Tag.